Tigerella, das Grüne Zebra und die Indigo-Rose

oder: Wie die Tomate zu Streifen, schwarzer Haut und Anthocyanen kam.

Nun ist ja Winter und in ein paar Tagen auch Weihnachten, so dass Ihr Euch wahrscheinlich eher mit Wintertomaten, Weihnachtstomaten oder auch noch mit Euren nicht ausgereiften, grünen Tomaten beschäftigt als mit den Fragen, warum es gestreifte und schwarze Tomaten gibt und wie und wo sie entstanden sind; aber vielleicht wollt Ihr noch Tomatensaatgut zu Weihnachten bestellen und da freut Ihr Euch vielleicht, ein paar Hintergrundinformationen über diese Tomaten-Schönheiten, die momentan so groß in Mode sind, frei Haus geliefert zu bekommen (was ich außerdem auch schon im Beitrag „Überraschungstomaten“ versprochen hatte).

Deshalb habe ich Euch hier mal alles zusammengetragen, was ich über die Züchtungsgeschichte dieser Tomaten finden konnte. Es besteht allerdings die Gefahr, dass Ihr anschließend nicht mehr so begeistert seid von ihnen…

Grün-gelb gestreifte Tomate in einer Hand

Grün-gelb gestreift und normal groß, aus einer gelben F1-Hybrid-Cherry-Tomate entstanden

Rote Tomaten mit schwarzen Schultern

Anthocyane unter der Haut roter Tomaten…

…denn die Geschichte der gestreiften und schwarzen Tomaten kann auch als Geschichte der technischen Hilfsmittel gelesen werden, die in den letzten hundert Jahren zur „Verbesserung“ von Tomaten eingesetzt wurden: Von radioaktiver Bestrahlung über In-vitro-Kultur bis zur Bio- und Gen-Technologie ist alles dabei.

Selbst der letzte Schrei, das „Genom-Bearbeitungswerkzeug“ (kurz „Gen-Editor“) CRISPR/Cas wurde letztens wieder mal erfolgreich für die Vermehrung der Tomaten-Vielfalt eingesetzt (die „Flavr-Savr-Tomate“ ist ja leider tot): Mit der „Gen-Schere“ wurden – schnipp-schnapp – ein paar Farbgene aus dem Genom des Löwenmäulchens ausgeschnitten und in das der Tomate eingesetzt – und mit ein bisschen Genehmigungsglück in den USA kann also auch bald eine ultra-violette Tomate, prall gefüllt mit gesunden Anthocyanen, für Euer Wohlbefinden sorgen….

Tja, die Frage, ob diese neu-modischen Tomatensorten das Leben bereichern, muss jede:r für sich selbst beantworten; aber mich würde eine Antwort auf die Frage interessieren:

Warum hatten Tomaten tausende von Jahren keine Streifen?

…und auch keine schwarze Haut?

Nun, letzteres trifft nicht ganz zu; denn es gibt schon lange auch violette/schwarze Tomaten in den Anden Südamerikas. In größeren Höhen mit erhöhter ultra-violetter Einstrahlung bekommen einige Wildtomatenarten, vor allem unter denen, die normalerweise grüne Früchte haben, zum Schutz vor der Strahlung schwarze Haut.

Blätter, Blüten und eine Frucht von Solanum lycopersicoides

Blätter, Blüten und eine Frucht der in Chile beheimateten Wildtomate Solanum lycopersicoides (© ChileFlora)

Diese Arten wurden aber von den Menschen lange verschmäht, weil sie aufgrund ihres hohen Solaningehaltes der Gesundheit eher abträglich sind.

Als Menschen im heutigen Peru und Equador anfingen (und später in Mexiko fortfuhren), bestimmte wilde Tomaten gezielt anzubauen, waren diese (höchstwahrscheinlich) ausschließlich rot und gelb, so wie die Wildtomaten noch heute, aus denen die Kulturtomaten einst ausgelesen wurden.

Auf jeden Fall kann als gesichert gelten, dass in den 400 Jahren von 1560 bis 1960 keine Tomate abgebildet wurde, die gestreift oder schwarz war. Ihr könnt in diesem, hier verlinkten Beitrag rote, rosa, gelbe und auch braune „Paradeiser“ sehen, aber eben keine anderen (auch grüne übrigens nicht); die ersten Tomaten, die nach Europa kamen, sollen sogar überwiegend gelb gewesen sein, wie die folgenden, uralten Abbildungen der „Poma aurea“ (Goldöpffel, Pomi d’oro) zeigen.

Dunkelgelbe Tomaten bei Georg Oellinger und Samuel Quichelberg, 1553

Poma Amoris maiora Lutea (Große, gelbe Liebesäpfel) Oellinger, 1553, S. 543

Goldöpffel aus dem Kreutterbuch des Herrn Matthioli, 1590

Goldöpffel aus dem Kreutterbuch Desz Hochgelehrten vnnd weitberühmten Herrn D. Petri Andreae Matthioli, 1590

Text über die Goldöpffel (gelbe Tomaten) aus dem Buch von Andreas Matthiolus

Die Beschreibung der Goldöpffel oder Poma aurea von Andreas Matthiolus, 1590

Warum gab es also früher keine gestreiften und schwarzen Tomaten?

Sind die entsprechenden Mutationen bei „Kultur-Tomaten“ nie aufgetreten oder haben gestreifte und schwarze Tomaten die Menschen früher einfach nur nicht interessiert? (Bei Gartenkürbissen hatten weder die Natur noch die früheren „Züchterinnen“ etwas gegen Streifen)

Tja, auf diese Fragen muss ich Euch die Antwort schuldig bleiben; aber auf die Frage:

Wann tauchte eine gestreifte Tomate das erste Mal auf?

…kann ich eine präsentieren:

Das Streifen-Gen der Tomate wurde erstmalig im Jahr 1948 aktenkundig und zwar im Report Nr. 1 der Tomato Genetics Cooperative (TGC) von 1951 auf Seite 9; dort berichten die beiden Wissenschaftler R. E. Larson und B. L. Pollack, damals Angestellte des „Department of Horticulture“ des „Pennsylvania State College“, dass ihnen ein lokaler Gärtner ein paar Proben einer ungewöhnlichen Mutante vorbeigebracht habe, die gestreifte Früchte hatte und zufällig in seinem Garten aufgetaucht sei. Beim anschließenden Nachbau stellten sie fest, dass dieses Merkmal, das sie „Green Stripe“ (abgekürzt „gs“) tauften, erblich war und somit in die Liste der erblichen Merkmale von Tomaten aufgenommen werden musste.

Bildbeispiel für eine Tomate mit Streifen aus dem Tomato Genetics Resource Center (TGRC)

<a „Alle Daten über das gs-Gen im Tomato Genetics Resource Center“ href=“https://tgrc.ucdavis.edu/Data/Acc/GenRepeater.aspx?Gene=gs“>Beispiel für das „Green-Stripe“ (gs) Gen (© TGRC)

Wer wissen will, wo das gs-Gen auf dem Chromosom Nr. 7 der Tomate sitzt, schaut beim Sol Genomics Network vorbei; das hat alle Gene genauestens kartographiert.

Im folgenden Kasten findet Ihr den gesamten Text dieses ersten Aktenvermerks im Original.

Green Stripe (gs) – A new characteristic
During the summer of 1948, a local gardener brought samples of an unusual fruit-striping mutation of a single plant occuring in his garden. Seed was saved and plants grown in 1949. All plants bred true for the characteristic. Unfortunately the variety from which this mutant was obtained is unknown but it is believed to have been derived from Gulf State Market. The type of striping differs from that reported by Young and MacArthur (Texas Ag. Exp. Sta. Bul. 698. 1947) and is thought to be a new characteristic. It appears to be caused by irregular pigmentation of the inner epidermis.The affected layer has a high chlorophyll content as evidenced by the dark green stripes or blotches in the immature fruits either the UU or uu type. In the maturation process the stripes or blotches maintain their green color for longer period of time than on the remainder of the fruit. The pigmentation of the inner epidermis is sufficient to prevent the expression of the flesh color through the skin, although the characteristic does not affect the flesh color per se.In the mature fruit of the R Y types the stripe appears gold in color. The R y seggregates produce a beige colored stripe in contrast to the pink appearance of the remainder of the fruit. The exterior color of the r y fruits is a light translucent yellow in the normal and an opaque golden yellow in the presence of the affected layer.

The characteristic appears to be inherited as a monorecessive, as shown in the table, and has been given the gene symbol gs. It is highly probable the complete recessive promotes a high rate of mutation in the somatic cells of the inner epidermis, whereas the heterozygous or homozygous dominant prevents this expression. On the basis of preliminary studies, from F2 data, there appears to be no association of gs with the characteristics d, r, c, a and l.

aus: Report Nr. 1 der Tomato Genetics Cooperative, TGC, S. 9)

Nun bin ich sicher ein Schelm, wenn ich Böses dabei denke, dass diese beiden Wissenschaftler 1950 einen Artikel veröffentlicht haben mit dem Titel „Response of field grown tomatoes to radioactive materials“; denn radioaktive Bestrahlung wurde ab Mitte der 1920er Jahre vermehrt zur Erhöhung der Mutationsrate eingesetzt.

So wie die Hoffnungen von Pflanzenzüchtern (und Aktionären) momentan auf dem Gen-Editor ruhen, so waren damals die radioaktive Bestrahlung sowie erbgut-verändernde (mutagene) Chemikalien Hoffnungsträger auf Fortschritte bei Ertragssteigerungen.

Gelbe Tomate mit schwarzen Schultern 'Stripe of Yore'

Eine gelbe Tomate mit schwarzen Schultern, die Sorte „Stripe of Yore“ Unten erfahrt Ihr, wer sie gezüchtet hat)

Einen Überblick zu diesem Thema verschafft das Buch „Biological Effects of Ionizing Radiation: An Annotated Bibliography Covering the Years 1898-1957“; dort werden auch Untersuchungen aufgeführt, die das Ziel hatten, neue, brauchbare Merkmale bei Tomaten zu erschaffen (3255 Hereditary Radium-induced variations in the tomato, 3451 X-ray mutations in the tomato, 4104 White-flowered character from x-ray treatment of tomato seed).

Ob nun das Streifen-Gen (gs) auf diesem Wege entstanden ist, lässt sich heute kaum mehr nachweisen. Es kann auch durch natürliche Mutation entstanden sein; denn der Tomatenanbau hatte mit der Zeit ebenfalls zugelegt, und damit auch die Wahrscheinlichkeit von Mutationen…

Another thing is the spontaneous mutation that occur in tomatoes for stripes. While I was with the DiMare folks in Newman, CA., the pickers of mature green tomatoes would go crazy when they found tomato fruits with green stripes. This happened many times while out with the pickers and it would happen in many varieties…

aus: TaterMaterSeeds.com – gs gene

Ich muss also auch diese Frage unbeantwortet lassen, wohingegen ich eine andere Frage wiederum mit Bestimmtheit beantworten kann:

Wie kam die Anlage für schwarze Hautfarbe ins Erbgut von „Solanum lycopersicum“?

Wie ich ja oben schon erwähnt habe, hatte die Kulturtomate „Solanum lycopersicum“ lange Zeit weder Streifen noch schwarze Haut; aber es gibt Wildtomaten-Arten mit schwarzen Früchten.

Die schwarz-früchtigen Wildtomaten lassen sich jedoch nicht einfach mit der Kulturtomate kreuzen, um die schwarze Haut zu übertragen.

Wie Ihr ja sicher wisst, ist ein Kriterium für die „Art“ (im biologischen Sinne), dass sich Individuen der einen Art nicht mit Individuen einer anderen Art paaren können. Das liegt zumeist daran, dass ihre Chromosomensätze, sprich ihr Erbgut, zu unterschiedlich (geworden) ist.

Manchmal findet noch eine Befruchtung (Verschmelzung von weiblichem und männlichem Erbgut) statt, aber es bilden sich bei der ausgewachsenen Pflanze keine fruchtbaren Geschlechtszellen mehr, was auch wieder damit zu tun hat, dass sich die Chromosomensätze von Mutter und Vater Pflanze nicht anständig „paaren“, vermischen und aufteilen können, so wie das die „Natur“ vorgesehen hat.

So ist das auch bei den verschiedenen Tomaten-Arten; sie vermischen sich nicht freiwillig (Tomaten-Sorten aber schon! Nicht dass Ihr Euch wundert, wenn sich z. B. eine Eurer schwarzen Tomaten mit einer Eurer gelben verpaart hat).

Aber Menschen finden doch immer Mittel und Wege, natürliche Barrieren, wie z. B. Flüsse oder eben Art-Grenzen, zu überwinden…

Noch nicht voll ausgereifte Fleischtomate mit schwarzer Streifung

Eine meiner schwarzen Schönheiten kurz vor der Vollreife…

Dem „Vater der Tomaten-Genetik“ Charles M. Rick gelang es Anfang der 1950er, eine Kulturtomatensorte mit der Wildtomate Solanum lycopersicoides zu vermählen; aber es entstanden aus dieser Ehe keine Kinder (Samen). Mit Hilfe einer der ersten In-vitro(Labor)-Methoden, der „Embryonen-Rettung“ (Embryo Rescue) konnte er jedoch am Ende trotzdem ein paar verschmolzene Geschlechtszellen zu vollständigen Kindpflanzen aufpäppeln.

Wie er das geschafft hat, beschreibt er in „Hybrids Between Lycopersicon Esculentum Mill. And Solanum Lycopersicoides Dun.“ (den entsprechenden Ausschnitt kann im folgenden Kasten lesen, wen’s interessiert)

A few small seeds reach‘ maturity. Since these seeds did not germinate, 30-day fruits were opened under sterile conditions, the ovules dissected, and the endosperm-embryo contents placed in sterile cultures of 0.8% agar supplemented with Hoagland and Snyder’s solution, 6 minor elements, and 2% dextrose. In these cultures embryos grow slowly at first, many being deformed, but after an initial period of slow growth, they develop very rapidly.

aus: Hybrids Between Lycopersicon Esculentum Mill. And Solanum Lycopersicoides Dun., S. 742

Nun hatte er zwar ein paar Pflanzen, aber auch diese produzierten keine fruchtbaren Samen, so dass er hätte weiter kreuzen können, wie das notwendig ist, wenn man bestimmte Merkmale verschiedener Pflanzen miteinander kombinieren möchte.

Wieder wusste er sich zu helfen: Durch eine Colchizin-Behandlung verdoppelte er die Chromosomensätze der Kindpflanzen, machte sie also tetraploid, und – voilà – die Fruchtbarkeit der Geschlechtszellen nahm spürbar zu, so dass sich ganz neue Möglichkeiten in der Erforschung und Züchtung von Tomaten auftaten…

The relatively low degree of chromosome pairing in the hybrid suggests that some degree of fertility might be restored in amphidiploids. This expectation has been confirmed to the extent that tetraploids obtained from colchicine treatment exhibit 67% pollen-fertility and nearly complete pairing of chromosomes, mostly as bivalents.
The feasibility of obtaining Lycopersicon-Solanum hybrids opens a new and interesting opportunity for further research in the genetics and breeding of the tomato.

aus: Hybrids Between Lycopersicon Esculentum Mill. And Solanum Lycopersicoides Dun., S. 743

Auf diesem „natürlichen“ Weg gelang es, nahezu sämtliche Eigenschaften verschiedener Wildtomaten in das Genom der Kulturtomate zu überführen. Für jedes Merkmal dieser Wildtomaten hält heute das T. M. Rick Tomato Genetics Resource Center (TGRC) in Kalifornien eine Linie der Kulturtomate bereit: Wenn Züchter in aller Welt das nützliche Merkmal einer Wildtomate in eine Kultur-Tomatensorte einkreuzen wollen, bestellen sie die entsprechende Linie beim TGRC.

Auf diese Weise wurden bis heute zahlreiche „wilde Gene“ in unsere Tomaten-Lieblinge implantiert (ohne, dass Ihr es wisst!).

Schwarze Tomaten am Strauch

Es steht nicht dran, welche Wildtomatengene in diesen Tomaten enthalten sind…

1951 war die gesundheitsfördernde Wirkung von Anthocyanen allerdings noch kein Thema, so dass die entsprechenden Gene nicht nachgefragt wurden. Deshalb muss ich mich vorübergehend wieder den Streifen zuwenden; denn Anfang der 1970er Jahre soll die gestreifte Tomate „Tigerella“ in Großbritannien aufgetaucht sein, wie hier und dort gemunkelt wird – auf dem Höhepunkt der ersten Gen-Technik-Welle.

Ich stellte mir die Frage:

War „Tigerella“ ein Kind der Gen-Technik?

…vor allem, nachdem ich mich ein wenig tiefer in die Materie eingelesen hatte.

Ende der 1960er, Anfang der 1970er war nicht nur die Desoxyribo-Nuclein-Säure (DNS, Englisch DNA) als Bau- und Prozessplan (fast) aller Lebewesen bekannt, sondern auch die Möglichkeit, die DNS zu zerschneiden und neu zu kombinieren, sie zu re-kombinieren, wodurch Erbeigenschaften einer Art mit denen einer anderen Art zusammengeführt werden konnten.

In 1972, Paul Berg created the first recombinant DNA molecules by combining DNA from the monkey virus SV40 with that of the lambda virus. In 1973 Herbert Boyer and Stanley Cohen created the first transgenic organism by inserting antibiotic resistance genes into the plasmid of an Escherichia coli bacterium. A year later Rudolf Jaenisch created a transgenic mouse by introducing foreign DNA into its embryo, making it the world’s first transgenic animal.

aus: Wikipedia „Genetic engineering“

Ich will hier nicht im Einzelnen auf die Entwicklung der gen-technischen „Züchtung“ eingehen; aber wer sich dafür wirklich interessiert kann die englisch-sprachigen (diese sind umfangreicher und genauer als die deutschen) Wikipedia-Seiten „Genetic Engineering“, „History of genetic engineering“, „Genetic engineering techniques“, „Restriction enzyme“, „Ligation“, „Recombinant DNA“, und „Molecular cloning“ studieren, um zu erfahren, wann die Enzyme zum Zerschneiden und Zusammensetzen des DNS-Strangs entdeckt wurden und was sie alles möglich machten.

Gestreifte Tomaten in unreifem Zustand am Strauch

Unreife Streifen-Tomaten am 6. Juli 2022. Es könnten Tigerellas sein…

Auf jeden Fall ging diese Entwicklung so fix vonstatten, dass einige Wischenschaftler schon 1973 kalte Füße bekamen und zu einem freiwilligen, zeitweiligen Stop, einem Moratorium, der Forschung zur Gen-Technik aufriefen. Sie regten eine internationale Konferenz an, auf der über die möglichen Gefahren von Eingriffen in die Erbsubstanz und den Umgang mit ihnen diskutiert werden sollte. Eine solche Konferenz fand dann tatsächlich 1975 im kalifornischen Asilomar statt und erbrachte erste Vorschläge für Regelungen auf diesem Gebiet.

Als ich mir diese gewaltigen, gen-technischen Fortschritte bewusst machte, fand ich die folgenden Fragen nicht so abwegig: Hatten Anfang der 1970er Jahre, bei der Geburt der „Tiger-Ella“, die Gen-Techniker ihre Finger im Spiel? Hat irgendein britisches Labor eine kleine Fingerübung am beliebten Forschungsobjekt „Tomate“ veranstaltet und das „Streifen-Gen“ (gs) in die damals beliebte, schottische Tomaten-Sorte „Alisa Craig“ eingesetzt?

Um diese Fragen beantworten zu können, musste ich herausfinden, wie „Tigerella“ gezeugt wurde.

Ich kann hiermit stolz verkünden, dass mir gelungen ist, den Vater der „Tigerella“ zweifelsfrei zu ermitteln: Es war Lewis A. Darby.

Darby war Leiter der Pflanzenzüchtung beim „Glasshouse Crops Research Institute“ in Littlehampton am Ärmelkanal. Im Tätigkeitsbericht über das Jahr 1972 auf Seite 122 beschreibt er ziemlich genau, wie „Tigerella“ (ganz konventionell) gezüchtet wurde.

Ihr könnt das im folgenden Kasten nachlesen, der den entsprechenden Ausschnitt aus dem Original-Beitrag „Tomato Breeding at the Glasshouse Crops Resarch Institute“ wiedergibt; dort findet Ihr auch eine Liste mit Genen, die für die Farbgebung von Tomaten eine Rolle spielen.

Fruit colour charcters have featured in this project, and the following loci are involved – at, Del, gf, gs, hp, Nr, og, r, rin, t, u, ug, and y. Very many combinations can be made after the single gene transfers have been completed, and over 170 fruit colour variants of the basic ‚Alisa Craig‘ have been produced. These have aroused interest among amateur gardeners and some commercial growers who have local retail outlets.The unripe fruit on „green stripe“ (gsgs) plants have dark green vertical surface stripes. These change colour as maturity approaches so that the ripe fruit is red with golden stripes. ‚Alisa Craig gsgs‘ was released under the name of ‚Tiger Tom‘. The original variety ‚Alisa Craig‘ is prone to greenback so inevitably ‚Tiger Tom‘ is also susceptible to this disorder. However, once ‚Alisa Craig uu‘ which was named ‚Craigella‘, had been bred, it was a simple programme to produce ‚Alisa Craig gsgs uu‘ which was released under the name ‚Tigerella‘. It is interesting that in ‚Tigerella‘ the effect of uu is to remove the solid green colour around the calyx of the fruit, but it does not affect the occurence of green striping in the same area.

Glossary of Loci
Symbol Name
at apricot
Del Delta, changes the fruit colour to orange
gf green flesh
gs green stripe
hp high pigment
Nr Never ripe
ogc old gold crimson
r yellow flesh
rin ripening inhibitor
t tangerine
u uniform ripening
ug uniform grey-green
y colourless fruit-epidermis

aus: Annual Report of the Glasshouse Crops Research Station, 1972 (1973)

Ja, in den Anfängen der direkten Gen-Manipulation war die herkömmliche Züchtung – die natürliche Kreuzung zweier Individuen mit unterschiedlichen Merkmalen im Freiland oder im Gewächshaus – noch preisgünstiger, sicherer und viel einfacher als die neumodische „Labor-Züchtung“; mittlerweile sieht das anders aus

Früchte der Tomatensorte Sunrise Bumblebee

Von Fred Hempel konventionell gezüchtet: Sunrise Bumblebee

Seit 1956 war L. A. Darby auch Mitglied der „Tomato Genetics Cooperative (TGC)“, so dass er das gs-Gen ohne Probleme aus den USA bekommen haben wird.

Die erste, unters Volk gebrachte Streifen-Tomate hieß also laut obigem Bericht „Tiger Tom“. „Tigerella“ war die erste Tomate mit Streifen, die nicht die Störung „Grüne Schultern“ bekommen konnte und zusammen mit den anderen 170 Farbvarianten „das Interesse von Amateur-Gärtnern und einigen gewerblichen Anbauern, die Direktvermarktung betrieben,“ fand, wie L.A. Darby oben berichtet.

Trotz ihres besonderen Aussehens erreichte „Tigerella“, diese normal große, rote, gelb-gestreifte Tomate, Anfang der 70er nur eine begrenzte Verbreitung.

War die Welt 1973 noch nicht bereit für eine ungewöhnliche Tomate oder gab es einen anderen Grund, warum sie kein Schlager wurde?
Diese Frage ist berechtigt; denn schon zehn Jahre später sorgte eine gestreifte Tomate für Furore, obwohl sie reif grün war und bis auf die Streifen auch blieb: die „Grüne Zebra“-Tomate.

Jetzt wollt Ihr wissen (falls Ihr es nicht schon wisst):

Wer hat wann und wo die welt-berühmte Tomatensorte „Green Zebra“ gezüchtet?

Ende der 1990er Jahre, in den Anfängen meiner gärtnerischen Leidenschaft, die sich noch auf dem Berliner Balkon austoben musste, hatte ich auch einmal die Tigerella wegen ihres besonderen Aussehens für den Anbau auserkoren; aber mein Geschmacksurteil fiel damals negativ aus und unterschied sich somit nicht vom Urteil des Menschen, der den Streifen-Tomaten ab 1983 weltweit zum Durchbruch verhelfen sollte: Tom Wagner: (Seinen Wahlspruch „I couldn’t find enough varieties, so I had to create my own“ habe ich der Hymne über ihn im Kansas Alumni Magazine 4, 2013, S. 30-35, entnommen).

Ausschnitt aus dem Youtube-Video „Tom Wagner, Plant Breeder“

Wagner schreibt 2013 bei Tomatoville über Tigerella: „Ich habe vor dreißig Jahren aufgegeben, Tigerella zu verwenden, da sie, ehrlich gesagt, minderwertig war.“

Tom Wagner war der erste, der sich vor allem mit der Züchtung von gestreiften Tomaten beschäftigte; er hatte in Everett, im US-Bundesstaat Washington, bis 1983 die „Green Zebra“ gezüchtet, obwohl er eigentlich ein „Tater Mater“, ein „Kartoffel-Kreuzer“ war, wie er sich selbst gern, aber auch seine kleine Firma damals nannte (TaterMaterSeeds).

Aber wenn er nicht das Streifen-Gen (gs) der „Tigerella“ für sein „Grünes Zebra“ genutzt hat, welches dann?

Green Zebra am Strauch

Ein paar „Grüne Zebras“ am Strauch…

Ich lasse ihn im folgenden Abschnitt mal selbst erzählen, wie er zu seinem gs-Gen gekommen ist, da sein Bericht auch ein paar Einblicke in die (frühere?) „Sortenerhaltung“ gewährt, als diese noch keine besondere, öffentliche Aufmerksamkeit genoss.

Ich hatte schon einige Jahre Tomaten gezüchtet, bevor ich eine Reise zu der Tomaten-Sammlung in der Nähe von Ames, Iowa, unternommen habe. Jahre später verlegten sie die Sammlungen übrigens nach Geneva, NY. Jedenfalls traf ich mich dort mit dem Kurator und machte während der Tomatensaison einen Rundgang durch die Anlage, bestaunte die vielen Samengläser in den Regalen und ging über die Tomatenfelder, wo knapp gewordenes Saatgut wieder mit ein paar Pflanzen, so 6 bis 10, vermehrt wurde. Der Kurator sagte mir, dass viele der Linien offensichtlich von gemischter Reinheit waren, aber sie häuften die vermehrten Samen trotzdem an, ohne zu wissen, ob sie eine Auswahl oder Beseitigung vornehmen sollten. Nachdem ich mir eine Stunde lang mehrere hundert Reihen Tomaten angesehen hatte, überließ mich der Kurator meinen eigenen Gedanken bei der Betrachtung der einzelnen Akzessionen. Ich dachte: Langweilig! Sie sehen sich alle sehr ähnlich, aber trotzdem konnte man erkennen, dass es eine Menge Sortenverwechslungen, versehentliche Kreuzungen oder was auch immer gab. Ich traf eine Auswahl einzelner Früchte von etwa einem Dutzend Typen, die mir ins Auge fielen, oder die ich einfach so pflückte. Ich machte mir Notizen zu Zugangs- oder Parzellennummern.

Um es auf den Punkt zu bringen, ich sah eine Pflanze, die rote Tomaten mit leichten gelben Streifen hatte. Im Nachhinein waren sie nicht dramatisch, aber ich suchte nach etwas Außergewöhnlichem, damit ich es in der Zucht verwenden konnte.

Tom Wagner will also die Streifen zufällig in der vormaligen Tomaten-Genbank in Ames, Iowa, gefunden haben, die 1987 nach Geneva, New York, verlagert wurde, in die dortige „Plant Genetic Resources Unit (PGR)“.

Dort habe ich es jetzt auch zufällig gefunden!

…und zwar in der Inventurliste 162, die alle Pflanzen-Zugänge vom 01. Januar bis 31. Dezember 1954 enthält; dort findet sich unter den Überschriften „From Iowa. Plants growing at the United States Regional Plant Introduction Station, Ames. Numbered Jan. 25, 1954.“ und „Gene tester lines“ die Nummer 212429 mit dem Eintrag „Pollack 1025-1-50 #17-168“.

Ihr erinnert Euch: Pollack hieß einer der beiden, die berichtet hatten, dass das Streifen-Gen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes in der Mitte von Pennsylvania aufgetaucht sei. 1954 war es dann anscheinend in Ames gesichert und später nach Geneva umgesiedelt worden; dort ist es anscheinend noch heute.

Das Bild, das dort unter Details for: PI 212429, Solanum lycopersicum L., ‚Pollack 1025-1-50 #17-168‘ eingebunden ist, stellt eindeutig eine gestreifte Tomate dar.

Schwarz-weiß Foto der gestreiften Tomate aus der Genbank der USA

(Wahrscheinlich) die von Larson und Pollack beschriebene „Streifen-Tomate“ (aus der US-Genbank in Geneva)

Tom Wagner vermutet an anderer Stelle über das „Green stripe“-Gen: „War es eine Mutation?“ und „War es mit der viel älteren Sorte Tigerella verwandt?“

Die Wahrscheinlichkeit, dass L. A. Darby für die Züchtung der „Tigerella“ dasselbe Gen genutzt hat, ist extrem hoch; denn wie ich im entsprechenden Abschnitt oben schon geschrieben habe, wird Darby als Mitglied der TGC das gs-Gen gekannt und auch ohne Probleme aus den USA bekommen haben.

Die Streifen von „Tigerella“ und „Green Zebra“ sind also ziemlich sicher miteinander verwandt…

Tom Wagner hat, wie Lewis Darby, tausende von Kreuzungen in mühsamer Handarbeit vorgenommen, um letztlich die stabile, samenfeste Tomatensorte „Green Zebra“ zu erschaffen, die Mutter aller gestreiften Tomatensorten.

Dieser Ausschnitt aus dem Youtube-Video Tom Wagner, Plant Breeder, zeigt, wie er Kreuzungen vornimmt

Die heutigen Züchter dagegen singen lieber das Hohelied auf die Gen-Technik, mit deren Hilfe sich ruckzuck und gezielt einzelne, gewünschte Gene übertragen lassen, was eine Menge Arbeitsmittel und -zeit spart und somit Vorteile im Konkurrenzkampf der Züchter untereinander bringt; denn durch normale Kreuzungen werden immer auch unerwünschte Gene übertragen.

Das Grüne Zebra gallopierte, kaum erwachsen, rasend schnell als (vermeintliche) Erbstück(Heirloom)-Tomate um den ganzen Erdball.

Das wäre sicher nicht passiert, wenn ihm das Etikett „F1-Hybride“ angeheftet oder wenn die Welt-Gärtnerschaft noch keine große Lust auf den Anbau eigener, bunter Tomaten verspürt hätte; die Zeit musste also reif sein – genau so, wie für eine anthocyan-haltige „Gesundheitstomate“.

Wie heißt es im nachfolgenden Kasten: „Die Prioritäten bei der Tomatenzüchtung haben sich über die Jahre geändert…“

Tomato breeding priorities have changed over the years. Until 1950s, cultivars have been developed that assembled several traits useful for both the processing industries and the fresh market. Afterwards, fresh market and processing cultivars started to be reasonably different. In the 1970s the main breeding goal was to increase yield, while in the 1980s the improvement of fruit shelf-life became a priority. Currently, sensorial and nutritional quality has become an important consumer demand.

aus: Wild Crop Relatives: Genomic and Breeding Resources, S. 189

Zur Begeisterung für bunte und gestreifte Tomaten kam irgendwann auch die Nachfrage nach „ernährungsphysiologischer Qualität“, so dass die Frage naheliegt:

Wann und wo wurde von wem die erste anthocyan-haltige Tomatenfrucht kreiert?

Ihr werdet es nicht glauben, aber die Geburt der Anthocyan-Tomate ist garade mal zehn Jahre her…

Ende der 1990er Jahre hatte der damalige Doktorand C. M. Jones an der Staatsuniversität von Oregon (OSU) erste Voruntersuchungen über die gesundheitsdienlichen Farbstoffe der Tomate angestellt und dabei auch das Anthocyanin produzierende Gen Af (bzw. Aft) unter die Lupe genommen.

Anschließend kreuzte der Leiter der dortigen Pflanzenzuchtabteilung, Jim Myers, weitere anthocyanin-produzierende Gene wilder Tomaten aus den entsprechenden Linien des TGCR in Kulturtomaten ein, bis er letztlich 2012 die Tomatensorte „Indigo-Rose“ der Öffentlichkeit präsentieren konnte.

Tomate mit schwarzer Haut und Streifen

Schwarz und bunt gestreift; was will mensch mehr…

Dunkelhäutige Tomate, aufgeschnitten

Nicht „Indigo Rose“! Nur eine ihrer Nachfahren…

Wie die Kreuzungen ganz genau vonstatten gingen und welche Wildtomaten-Gene in die indigo-schwarze Rose eingekreuzt wurden, um ihre Haut richtig dunkel zu machen, könnt Ihr in den folgenden beiden Kästen ausführlich nachlesen, deren Inhalt ich noch ausführlicheren Internet-Seiten entnommen habe; aber möglicherweise wollt Ihr das garnicht so genau wissen…

What are the genes involved and where did they come from?
Aubergine (Abg), Anthocyanin fruit tomato (Aft) and atroviolaceae (atv) are genes introgressed from the wild species Solanum lycopersicoides, S. chilense, S. cheesemanii, respectively. The original introgression from wild species into cultivated tomato was done by other researchers. We discovered that when you combine these genes, you get an intensification of the pigment. The ‘Purple Smudge’ variety has a gene similar to Aft but it comes from a different wild species (S. peruvianum).

aus: The Purple Tomato FAQ der Oregon State University

Schwarze Tomaten auf einem Teller

Verkehrte Welt: Wo die Sonne hinscheint, wirds dunkel…

Origin & Breeding History:
‚Indigo Rose‘ originated from a four way controlled cross conducted at Oregon State University in Corvallis, Oregon, USA using accessions containing wild species germplasm. The first pair of crosses were made in the spring of 2002 with the resulting F1 produced during the summer of 2002. The F2 populations were germinated and grown out in the spring of 2003. Two lines, 02-021-8-12 and 02-126-3-3, were selected for intense anthocyanin expression in the fruit in the F3 during the summer of 2003. In the fall, these F4 lines were crossed to produce the population from which ‚Indigo Rose‘ was selected. The F1 was produced in the spring and the F2 during the summer of 2004. Individual plants strongly expressing anthocyanin colouration were advanced from the F2 by single plant selection to the F6 in 2006. Beginning in the F6, ‚Indigo Rose‘ was massed and advanced to the F9 generations as of 2010.

aus: Canadian Food Inspection Agency – Indigo Rose

Falls Euch jedoch noch die Frage auf der Zunge brennt:

Wem hat die Welt die heutige Flut an schwarz-bunt gestreiften Tomaten zu verdanken?

…würde ich Euch antworten: Der Auslöser der Flutwelle war, wie oben schon erläutert, Tom Wagner (hier bei Facebook). Ihm zur Seite standen ein paar Leute aus Kalifornien, dem US-Tomaten-Anbau-Zentrum, wie z. B. Brad Gates und Fred Hempel, die, neben zahlreichen anderen, jede Menge Tomaten-Neuheiten in die Welt gesetzt haben.

Da aber jeder Mensch (und natürlich auch die Hummel) Tomaten kreuzen kann, haben sich die Sorten mittlerweile wie Sand am Meer vermehrt.

Viele Menschen geben ihre Samen zwar auch gerne ungekreuzt weiter, benennen sie aber oft aus unterschiedlichen Gründen um, weshalb sich möglicherweise nur die Anzahl der Sortennamen unendlich vermehrt hat.

Bunte Tomatenvielfalt

Vielfältige Tomaten…

Wie dem auch sei: Ich gestehe, dass ich nicht besonders glücklich bin über all die neuen Gene, mit denen die Tomaten angereichert wurden und werden, dass mich auch die zukünftige De-novo-Herstellung von noch besseren Konsum-Tomaten aus Wildtomaten nicht erwartungsvoll zittern lässt; aber da ich die Zukunft nicht aufhalten kann (und will), rufe ich Euch frohgemut zu: Tragt das Eure zur Tomatenvielfalt bei, indem Ihr selber kreuzt und Hummel-Kreuzungen vermehrt, was das moderne Zeug hält; denn genetische Vielfalt kann die Welt immer gebrauchen!

Mit verschiedensten Tomatensorten reich gedeckter Tisch

Tomatenverkostung 2022 mit über 40 Tomatensorten

Wer bei der Vermehrung der bunten, gestreiften und schwarzen Tomaten wissentlich mitmachen will, kann sich auf der FrogsLeapFarm die genetischen Grundlagen der Streifung, der Fruchtfarbe sowie der schwarzen Haut aneignen.

Ich finde, ob die Natur nun neue Varianten schafft oder der Mensch, ist letztlich egal. Überleben tun ohnehin nur die, welche die Umweltbedingungen ertragen, sei es draußen auf dem Feld oder drinnen im Gewächshaus, sei es hier auf der Erde oder dort auf dem Mars

…es müssen nur genug Varianten vorhanden sein, damit es vielleicht ein paar schaffen.

Dass wir Menschen genau die richtigen für unbekannte Verhältnisse erschaffen können, halte ich für eine gefährliche Selbstüberschätzung