Neues von den Feuerbohnen

oder: Weitere Lernstunden für Bienen, Hummeln und mich.

Erst 2018 habe ich ja von der Existenz der gigantischen Feuerbohnen erfahren und sie seitdem jedes Jahr angebaut. Ich wollte gleich eine bunte Mischung erzeugen, indem ich schwarze und weiße Bohnen zusammen habe wachsen lassen. Bei ihrer Kreuzung hatte ich auf schwarz-weiß gestreifte oder wenigstens entsprechend gesprenkelte Bohnenkerne gehofft; aber nix war.

Bisher sind mir nur drei Typen begegnet: weiße, schwarze und solche mit hellvioletter Grundfarbe und schwarzen Flecken, wie sie das folgende Foto zeigt.

Verschiedene Feuerbohnenkerne

Weiße, schwarze und hell-violette Bohnen, letztere mit schwarzen Mustern

Dabei gibt es mehr Farbkombinationen – zumindest in Slowenien

Photo examples for runner bean accessions (Phaseolus coccineus L.) groups distribution according to seed length: (a) small, (b) medium, and (c) large; and 10 seed weight: (d) low-weight, (e) medium-weight, and (f) high-weight.

Runner bean groups according to seed length: (a) small, (b) medium, and (c) large; and seed weight: (d) low-weight, (e) medium-weight, and (f) high-weight

Das war also das erste, was ich lernen musste: Feuerbohnen (Phaseolus coccineus) vermischen sich anscheinend nicht so bunt wie die Gemeinen Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris); aber es gab noch weitaus mehr zu lernen…

Der Schauplatz des Geschehens

Meine Feuerbohnen mussten bisher immer an derselben Stelle wachsen, nämlich auf der geschotterten (ehemaligen) Zufahrt zum Carport. Dort hatte ich eine ehemalige Schaukel abgestellt und daneben das Geniale Bohnengestell postiert, beides praktische Rankhilfen für Kletterbohnen.

zwei Rankgerüste für Feuerbohnen

Die ausrangierte Schaukel und das Geniale Teleskop-Bohnengestell

Dieser Streifen war ursprünglich als Blühstreifen vorgesehen, weshalb ich mich nicht dazu hatte durchringen können, für die Feuerbohnen tabula-rasa, also reinen Tisch, zu machen und sämtliche Blutweideriche, Stockrosen, Pastinaken und andere Blühkräuter einfach auszuradieren; ich war der Ansicht, dass Feuerbohnen schnellwüchsig alle überwuchern würden.

Bohnengerüst mit Stockrosen

Wunderschöne Blütenrabatte, aber nur teilweise hilfreich für Feuerbohnen

Überall dort, wo ich eine Möglichkeit für die Bohnenlianen sah, sich hochzuwinden, lockerte ich den Boden spatentief in einem 20×20-Zentimeter-Quadrat und steckte ungefähr fünf Bohnen hinein; das war Mitte Mai mein jährliches, knappes Aussaatritual.

Ohne Schneckenschutz führte dieses Vorgehen 2020 beinahe zu einem Totalausfall der ersten jungen Feuerbohnengeneration – nur eine zweite Aussaat konnte das Schlimmste verhindern – und auch 2021 mit Schneckenkragen noch zu deutlichen Einbußen; denn ich hatte meine Rechnung ohne die Bewohner des aufkommenden Blühpflanzendschungels gemacht.

Gemeine Wegschnecke auf Feuerbohnenblatt von der Rückseite betrachtet

Die Feindin auf meinem Blatt: Gut getarnte Wegschnecke

Hier fehlte also der Lerneffekt; doch ich bin zuversichtlich, dass ich es im kommenden Jahr (Mensch, es ist ja schon 2022! Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich Euch an dieser Stelle!), also in diesem Jahr besser machen und ein „richtiges“ Beet anlegen werde.

Nun gut; meine fest geplanten Vorhaben entpuppen sich leider meistens als unverbindliche Ideen…

Aus Schwarz wird Weiß

In 2021 hatte ich die Bohnen zumindest nicht zu tief vergraben und die Schneckenschutzringe frühzeitig aufgesetzt (ja, ein bisschen lerne ich jedes Jahr dazu).

Schneckenschutzringe am Bohnenrankgerüst

Der Versuch, Bohnenkeimlinge mit Hilfe von Schneckenschutzkragen zu retten

2019, als die Fläche noch wenig bewachsen war, wollte ich dort meine schönen, großen, schwarzen Bohnen (die am Schluss des Beitrags „Sorten erhalten war gestern“ zu bewundern sind) zu einer samenfesten Sorte erziehen; doch leider hatte ich sämtliche Bohnen zu tief verlegt (eine Handbreit ist deutlich zu tief), so dass sich letztlich nur eine Pflanze aus dem Erdreich befreien konnte.

Nachdem ich 2020 von der bunten Bohnenmischung, die ich mit etwas mehr Erfolg groß gezogen hatte, wieder ein paar schöne, große, schwarze Bohnen ernten konnte, wollte ich im Jahr 2021 noch einmal wissen, was aus schönen, großen, schwarzen Feuerbohnen werden kann…

So kamen Anfang des Jahres nur schöne, große, schwarze Bohnen (einen Zentimeter flach) in die Erde. Trotz Verlusten durch Schneckenfraß konnten dieses Mal genügend Pflanzen die angebotenen Kletterhilfen erklimmen und…

Feuerbohnen am Gerüst vor hübsch bewölktem Himmel

Hoch hinaus: Die Schaukel ist ein ziemlich ideales Rankgerüst…

…auch ihre langen Trauben mit Schmetterlingsblüten in den Farben rot und weiß entfalten.

Rote und weiße Feuerbohnenblüten

Rote und weiße Feuerbohnenblüten am 6. Juni 2021

Rot und Weiß? Bisher dachte ich, dass schwarze Feuerbohnen immer nur rote Blüten hervorbringen; jetzt sah ich plötzlich (auch) weiße…

Das löste wieder eine ganze Menge Fragen aus:

Konnte das mit rechten Dingen zugehen?

Ergeben weiße Blüten auch weiße Bohnen?

Können aus schwarzen Bohnen letztlich Pflanzen wachsen, die weiße Bohnen haben?

Zwei grüne Feuerbohnenhülsen an der Pflanze

Grün habe ich sie noch nicht probiert…

Sehr lange Feuerbohnenhülse

Die längste und schönste von allen: Bohnen welcher Farbe enthält sie?

Herr Mendel, helfen Sie!

Die schwarze Farbe der Bohnen ist dominant (behaupte ich hier einfach mal; da bei der Gemeinen Gartenbohne die Vererbung der Bohnenfarbe ziemlich komplex ist, wird sie das wahrscheinlich auch bei der Feuerbohne sein; es gibt dazu nur wenig Informationen); um die einfache Vererbung der Bohnenfarbe zu verdeutlichen, habe ich eine Grafik erstellt:

Grafik Vererbungsgang Samenfarbe

Die Vererbung der Anlagen (Allele) für das Merkmal „Samenfarbe“ bei Feuerbohnen

Eine gemischt-erbige (heterozygote) Bohnenpflanze (2. Generation nach einer Kreuzung – F2), die in ihrem doppelten Chromosomensatz auf einem Chromosom eine Anlage (ein Allel) für die Farbe „weiß“ (a) und auf dem „Parallel“-Chromosom ein Allel für die Farbe „Schwarz“ (A) trägt, also den Genotyp Aa besitzt, wird demnach nur den Phänotyp „Schwarze Bohne“ produzieren.

Wenn die Aa-Bohnenblüten sich selbst befruchten – was auch bei Feuerbohnen häufiger vorkommt, entstehen bei den Nachkommen (in der F3) im Durchschnitt die folgenden Genotypen: zweimal Aa (schwarze Bohnen, gemischt-erbig), einmal AA (schwarze Bohnen, rein-erbig) und einmal aa (weiße Bohnen, rein-erbig).

Wenn meine gemischt-erbige Pflanze (Aa) des Vorjahres von einer Biene mit dem Blütenstaub einer weiß-bohnigen Feuerbohnenpflanze (aa) befruchtet worden wäre, wären daraus (im Durchschnitt) sogar zwei Nachkommen mit der Allel-Verteilung aa (weiße Bohnen, rein-erbig) und zwei mit der Genverteilung Aa (schwarze Bohnen, gemischt-erbig) entstanden.

Honigbiene macht sich an weißer Feuerbohnenblüte zu schaffen

Honigbiene saugt an weißer Feuerbohnenblüte und bekleckert sich dabei mit Pollen…

Rote Feuerbohnenblüten mit Honigbiene

…dann versucht sie, eine mischerbige, rote Blüte mit dem Pollen der weißen Blüte zu befruchten.

Aus einer schwarzen (gemischterbigen) Bohne können also ohne Weiteres Bohnenpflanzen mit weißen Bohnenkernen entstehen.

Vielen Dank, Herr Mendel, dass Sie mir die Spaltungsregel noch einmal verdeutlicht haben (ja, es dauert, bis manche Dinge richtig sitzen)!

Von Blüten- und Bohnenfarben

Wenn ich zu diesem Zeitpunkt schon gewusst hätte, dass weiß-blühende Bohnen immer auch weiße Bohnenkerne besitzen, hätte ich nicht so gespannt auf die Bohnenernte gewartet; denn sie belegte nur diese Tatsache…

Wie bei den Blüten der Erbgang aussieht, soll die folgende Grafik verdeutlichen, die die Vererbung von der F2 zur F3 im so genannten „Punnett-Quadrat“ zeigt. Die Blütenfarbe „Rot“ ist dominant gegenüber „weiß“ (wie man sieht).

Erbgang Blütenfarbe Rot im Punnet-Quadrat dargestellt

Vererbung der Blütenfarbe zweier gemischt-erbiger (heterozygoter) Feuerbohnenpflanzen

Bisher hatte ich nur rot- und weiß-blühende Feuerbohnenpflanzen im Garten. Recherchen für diesen Beitrag offenbarten mir aber, dass es auch Sorten gibt, deren Blüten rot und weiß sind, wie die Sorte „Painted Lady“ zum Beispiel; diese Variante wird mit „Phaseolus coccineus var. bicolor“ bezeichnet.

Wenn es eine Variante „zweifarbig“ gibt, dann sollte es auch Bezeichnungen für die anderen Varianten geben.

Ja, es werden insgesamt drei Varianten definiert: Neben der „var. bicolor“ (Samenfarbe zumeist beige mit braunem Muster) existieren noch die beiden Varianten „var. albiflorus“ (weiß-blühend, mit weißen Samen) und „var. coccineus“ (feuerrot blühend, mit schwarzen Samen bzw. hell-violetten, die schwarze Flecken und Punkte zeigen).

Nebenbei bemerkt: Das lateinische Wort „coccineus“ bedeutet „scharlach-rot“; im Englischen wird die feuerrot blühende „Feuerbohne“ deshalb auch „Scarlet-Runner-Bean“ genannt, „Scharlach-rote Kletterbohne“.

Honigbiene in weißer Feuerbohnenblüte

Eine meiner Honigbienen bei der Arbeit

Ich habe außerdem gelernt, dass die Verteilung der Blütenfarben in Europa nicht einheitlich ist: In manchen Ländern wird mehrheitlich die var. albiflorus angebaut, in anderen vor allem var. coccineus; in einigen Ländern überwiegt die var. bicolor in den Gärten und auf den Feldern.

Grafik: Verteilung der drei Blütenfarben der Feuerbohne in Europa

Figure 4: Geographic distribution of the 260 varieties identified as var. albiflorus, var. coccineus and var. bicolor.

„…Diese schöne Bohne ist für Europa neu, sie wurde zuerst von Dom Antonio da Arrabida, Bischof von Anemuria, in seiner Flora von Rio Janeiro im Jahre 1827 beschrieben und abgebildet.… …In den Garten-Verzeichnissen fand ich sie zuerst bei Mette in Quedlinburg 1848 als neue zweifarbige buntblühende Prunkstangenbohne;…“
aus: Die Gartenbohnen – Ihre Verbreitung, Cultur und Benutzung, 1869, S. 84

Tja, wie war das mit dem lebenslangen Lernen?

Käfer-Feuerbohnen

Wer bis jetzt noch nicht weiß, wie Feuerbohnen schmecken, dem lasse ich jetzt mal das Wasser im Munde zusammenlaufen: „Ein Hauch Widerstand durch die dünne Schale, danach eröffnet sich ein sinnliches Bohnenvergnügen. Fein und cremig schmeichelt der Kern dem Gaumen, beinahe schmelzend mit einer eleganten Anmutung von feinem Maronipüree, begleitet vom reizvollen Biss der Haut. Ganz zarte nussig-pfeffrige Nuancen und angedeutete Süße ergeben den perfekten Nachgeschmack“.

Hell-violett-schwarz gescheckte Feuerbohnen

Das könnten „Käferbohnen“ sein; aber sie sehen zumindest köstlich aus, oder?

Ich gebe zu, dass ich gemogelt habe; denn dieser Lobgesang bezieht sich selbstverständlich nicht auf gewöhnliche Feuerbohnen, sondern ausschließlich auf die „Steirische Käferbohne“, die durch die Eintragung in das EU-Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der geschützten geografischen Angaben mit dem schönen Namen „eAmbrosia“ geadelt wurde.

Neben der steirischen Landsorte gibt es auch noch jede Menge anderer Landsorten in Europa (und in aller Welt), die göttlich schmecken, die aber nur mit Hilfe zahlungskräftiger Liebhaber:innen überleben können; dabei wäre die Erhaltung der genetischen Vielfalt ganz einfach, wenn die zunehmende Zahl der Hobby-Gärtner:innen wieder vermehrt eigenes Saatgut nutzen würde; denn ich wage zu behaupten, dass meine No-name-Bohnen mindestens so gut schmecken, wie die obige Beschreibung vorgaukelt.

Den Hinweis, doch bitteschön selbst gewonnenes Saatgut zu verwenden (um die Menschheit zu retten), musste ich mal wieder loswerden.

More beetle-beans

More „Beetle-Beans“…

In Österreich werden alle Feuerbohnen (auch) „Käferbohnen“ genannt – dachte ich bisher (weil es so auch in der Wikipedia steht); aber…das österreichische Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ist anderer Meinung:

Der Name „Käferbohne“ ist, wie eine Umfrage nachweist, eine vorwiegend in der Steiermark gebräuchliche Bezeichnung für Bohnen mit bestimmtem Aussehen. Der Name Käferbohne wurde daher auch in das Österreichische Wörterbuch aufgenommen.

Der Ursprung des Wortes ist unklar. Es finden sich folgende Annahmen: die Bezeichnung könnte auf den häufigen Befall durch den Bohnenkäfer zurückzuführen sein oder auf die optische Ähnlichkeit mit Flügeldecken von Käfern. Eine weitere Vermutung ist, dass das Wort „Käferbohne“ aus dem Wort Körnerbohne durch Tradierungsfehler entstanden ist.

Ja, wieder was dazugelernt, doch ich weigere mich, es anzunehmen: Bei mir sind alle hell-violetten Feuerbohnen mit schwarzer Sprenkelung „Käferbohnen“, egal woher sie kommen – und bleiben es auch, zumindest für diesen Beitrag.

Fast schwarze Käferbohnen

Durch das Schwarz schimmert der „Käfer“…

Was ich allerdings sicher weiß (und auch schon bei „Gigantismus bei Bohnen“ verraten habe), ist, dass ich 2018 griechische „Käferbohnen“ bei mir ausgesät hatte.

Ob sich diese damals nun ungefragt in meine schönen, schwarzen Bohnen eingekreuzt haben oder ob in den schwarzen „Kaliningrad“-Bohnen, mit denen ich meine Mischung u. a. gestartet habe, schon ein solcher Erbteil verborgen war, weiß ich nicht. Auf jeden Fall habe ich in diesem Jahr auch wieder „Käferbohnen“ ernten können, die nur aus den schönen, großen, schwarzen Bohnen entstanden sein können, die ich gelegt hatte.

Die spannende Frage, wie der Erbgang bei „Käferbohnen“ ausschaut, bleibt vorerst unbeantwortet; auch zur Vererbung der Blütenfarbe „Rot-weiß“ kann ich noch nichts sagen, so lange solche nicht in meinem Garten blühen.

Es bleiben noch Wissenslücken für weitere Lernstunden…

Die Zukunft der Feuerbohne ist weiß

In diesem Jahr plane ich, ausschließlich weiße Bohnen der Erde anzuvertrauen. Mal sehen, ob von weißen Bohnen nur weiß-blühende Feuerbohnenpflanzen gebildet werden, oder ob was ich dieses Mal dazulernen muss…

Weiße Feuerbohnenblüten

„Fahne“ (oben) und „Flügel“ (unten) und dazwischen das eingerollte „Schiffchen“ einer „Schmetterlingsblüte“

Auf jeden Fall will ich mir eine eigene, weiße Feuerbohnensorte schaffen. Sie wird zwar zuerst recht unterschiedliche Bohnen- und Hülsenformen aufweisen – so wie die schwarzen von diesem Jahr, die auf dem nachfolgenden Bild zu sehen sind; aber diese Vielfalt gibt mir die Möglichkeit, die Zukunft meiner Feuerbohnen selbst zu gestalten: Wenn ich kein buntes Formengemisch essen möchte (was geschmacklich keinen Unterschied zu „reinen“ Formen aufweist), kann ich durch stetige, zielgerichtete Auswahl meiner Saatbohnen mit der Zeit auch eine einheitliche Bohnen- und Hülsenform kreieren.

Verschiedene Hülsenformen und -längen von Feuerbohnen

Eine kleine Auswahl verschiedener Hülsenformen und -längen meiner diesjährigen Feuerbohnen

Geöffnete Hülsen mit Bohneninhalt

Ein Blick auf das „Innenleben“ zeigt verschiedene Bohnengrößen und -formen…

Im Moment tendiere ich aber ganz stark zum Formen- und Farbengemisch, so wie bei Zwiebeln, Möhren und anderen Bohnen. Je mehr (genetische) Vielfalt, desto besser für meine zukünftigen Anbauerfolge (und natürlich auch für die Menschheit): Irgendeine Variante bringt sicher in jedem Jahr eine Ernte, vielleicht nur eine mäßige, dafür aber eine regelmäßige.

Und wer weiß: Vielleicht entsteht ja auch etwas ganz Neues, etwas ganz Außerordentliches, etwas, dass die Industrielle Landwirtschaft gebrauchen kann, die kaum Feuerbohnen anbaut; aber vielleicht hat ja irgendein Mensch mal eine Idee, wie Stangenbohnen maschinell geerntet werden können (zusammen mit Mais werden sie ja schon hier und da angebaut und mit dem Mähdrescher geerntet).

Vielleicht muss auch erst der Bohnen-Burger erfunden werden…

Rote Feuerbohnenranken

Auch die Ranken der Feuerbohnen zeigen Farbe…

Farbige Rippen auf der Unterseite eines Feuerbohnenblattes sichtbar

…so wie manche Blätter…

Bienen und Hummeln und Feuerbohnen

Ich komme zum Schluss und zu dem, was meine Hummeln und Bienen eventuell im Umgang mit Feuerbohnen dazugelernt haben; oben hatte ich ja angekündigt, auch von ihren Lernerfolgen zu berichten, und so sei es:

Zuerst dachte ich, meine Bienen und Hummeln hätten endlich gelernt, die Bohnenblüten richtig zu befruchten, also so, wie man sich das vorstellt: Sie kriechen zwischen ihre Blütenblätter – Fahne, Flügel und Schiffchen genannt, um an den Nektar zu gelangen, und bringen dabei den Pollen einer anderen Blüte auf die Narbe der Eizelle.

Ich hatte sie dabei ausgiebig beobachtet – und fotografieren können; sie erfüllten zu meiner Freude ihre Aufgabe zuverlässig…

Biene dringt in weiße Feuerbohnenblüte ein

Diese Honigbiene vom Imker meines Vertrauens macht es richtig…

…aber irgendwann sah ich sie zwar die Blüten zielstrebig anfliegen, aber dann direkt und ohne Umschweife an deren Unterseite abtauchen. Bei genauerer Betrachtung sah ich, wie sie dort ihren Saugrüssel in ein kleines Löchlein steckten…

Ähnliches hatte ich ja schon 2018 beobachten können; damals befanden sich nur sämtliche Löcher auf der Oberseite der Blüten.

Auch hier durfte ich wieder dazulernen: Was ich für eine Besonderheit (und möglicherweise eine Erstentdeckung) hielt, hatte schon Charles Darwin gewusst: Insekten mit kräftigen Beißwerkzeugen (und zu kurzen Saugrüsseln) sparen sich häufig die Mühe, tief in die Blüten einzudringen, sondern beißen sie einfach am unteren Ende der Blütenröhre auf, dort, wo der Nektar gebildet wird, um so das köstliche Nass ganz easy in sich aufzunehmen.

Honigbiene am Loch an der Unterseite der weißen Feuerbohnenblüte

Hummeln beißen wohl großteils die Löcher; aber Honigbienen wissen sie auch zu nutzen

Neben den Täterinnen nutzen diesen bequemen Zugang dann auch andere Lebewesen ungeniert aus, wie z. B. Ameisen, und bedienen sich, ohne dafür Bestäubungsdienste als Gegenleistung zu erbringen – manche nennen ein solches Verhalten Diebstahl oder gar Raub!

Ich frage mich: Wie und wann kommen die Bienen und Hummeln auf die Idee, durch den „Hintereingang“ einzubrechen, anstatt die extra eingebaute Tür zu benutzen, um den Nektar zu holen? Und: Warum löcherten sie die Blüten vor drei Jahren oben, 2021 aber unten?

Wo lernen sie sowas?