Pflanzkartoffeln überwintern

Da ich bei den momentan herrschenden Minusgraden heftig um meine eingelagerte Kartoffelsammlung zittere, denke ich andauernd an sie, und möchte deshalb beschwörend beschreiben, wie ich sie lagere, welche Möglichkeiten es sonst noch gäbe und welche die optimale Überwinterungsmethode wäre. Zuerst folgt aber eine Antwort auf die Frage, warum ich überhaupt meine eigenen Pflanzkartoffeln überwintern will.

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Eine peruanische Rote, Oktober 2015

Warum eigene Pflanzkartoffeln über Winter lagern?

Es gibt drei Gründe für mich, warum ich versuche, meine Pflanzkartoffeln selbst über den Winter zu bringen:

  1. Seltene, unwiederbringliche Kartoffelsorten erhalten
    ich bin ja ein Sammler und habe deshalb mittlerweile Kartoffeln aus aller Welt (selber mitgebracht bzw. von meiner Nichte und Freund*innen mitgebracht bekommen; bisher aus Holland, Polen, Schweden, den Kanarischen Inseln, Georgien, Ruanda, Peru und Indonesien). Die meisten Sorten wären für mich für immer verloren, wenn ich es nicht schaffen würde, sie zu überwintern.

    Daneben habe ich mir einige Sorten aus der Genbank in Groß-Lüsewitz besorgt; jede Sorte erhält man von dort immer nur einmal, und außerdem gibt die Genbank nicht in jedem Jahr jede Sorte ab.
    Die einzige Möglichkeit, sie zu behalten, ist, sie selbst zu vermehren und zu erhalten.

  2. Einschleppung von Krankheiten vermeiden
    Einen Großteil meiner über 70 Kartoffelsorten habe ich von kleinen Pflanzkartoffel-Vermehrern bzw. – Verkäufern (Biogartenversand Hof Jeebel, Gündel’s Kulturstall, Vreeken’s Zaden und Kartoffel-Müller) erworben; die genannten verkaufen viele seltene, alte oder ausländische Sorten (zu größeren Teilen als Speisekartoffeln, da die meisten Sorten nicht vom Bundessortenamt für den gewerblichen Verkauf als Pflanzkartoffeln zugelassen sind).

    Nun glaube ich zwar, dass sich alle diese Verkäufer bemühen, nur gesunde „Pflanzkartoffeln“ zu verkaufen, aber eine (gewisse) Garantie habe ich dafür nicht; denn ihre „Pflanzkartoffeln“ werden von keiner behördlichen Stelle überwacht (so wie es bei zugelassenen und zertifizierten Pflanzkartoffeln der Fall sein sollte).
    Und wie das im Überlebenskampf so ist: bevor man sich selbst zugrunde richtet, indem man in einem Jahr, in dem die Kartoffelpflanzen mehrheitlich von Krankheiten befallen sind, keine Pflanzkartoffeln verkauft, gibt man doch welche an Hobbygärtner*innen ab; denn bei denen ist es ja keine Existenzfrage, wenn die Kartoffeln mal nichts werden.

    Ein Gesetzesvertreter müsste in einem solchen Fall rigoros sein und das kleine Geschäft wenn nicht in den Ruin so doch in eine gehörige Existenzkrise stürzen.

    Ich weiß, dass Menschen menschlich handeln und habe Verständnis dafür; aber ich weiß es eben – und muss dieses menschliche Verhalten deshalb einkalkulieren. Wer nur auf Vertrauen baut, baut auf Sand. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

    Ich erhöhe also die Wahrscheinlichkeit, wenn ich solche „Speise-Pflanzkartoffeln“ (oder Speisekartoffeln von sonstwo auf der Welt) als Pflanzkartoffeln verwende, dass ich mir Probleme einhandele, wie z.B. Kartoffelnematoden, Rhizoctonia, Schwarzbeinigkeit, Kartoffelkrebs oder eine der zahlreichen Viren-Krankheiten; die Wahrscheinlichkeit wächst, dass ich dadurch meinen Kartoffelanbau zugrunde richte.

    Ich sage ausdrücklich: ich erhöhe die Wahrscheinlichkeit! Auch zertifizierte Pflanzkartoffeln können Krankheitsüberträger sein! Sie sind es zumeist auch; sie dürfen nur einen gewissen „Grenzwert“ an Krankheitsbefall nicht überschreiten!

    Dem Ärger, mir unerwünschte Kartoffelkrankheiten in den Garten einzuschleppen, beuge ich einerseits vor, indem ich neu erworbene Kartoffelsorten das erste Jahr auf einer „Quarantänefläche“ wachsen lasse (mache ich leider nicht, aber das sollte/könnte ich tun!) – und diese Kartoffeln andererseits, wenn sie dann von mir geprüft wurden und einigermaßen gesund waren, nur noch selbst vermehre.

  3. Kosten sparen
    Daneben spare ich natürlich einiges an Kosten, wenn ich meine Pflanzkartoffeln aus der eigenen Ernte gewinne und sie selbst überwintere. Jede Pflanzkartoffelportion (1 – 2,5 Kilo) kostet so zwischen vier und acht Euro; das läppert sich…

Nachteile der eigenen Pflanzkartoffeln

Ich will natürlich den Nachteil nicht verschweigen, den die „Selbstversorgung“ mit Pflanzkartoffeln hat: über die Jahre kann es passieren – und passiert in der Regel auch, dass sich „Krankheitskeime“ in den Kartoffeln anreichern und den Kartoffelhöchstertrag mindern. Die langsame Abnahme der Wüchsigkeit und des Höchstertrages einer Kartoffelsorte wird „Abbau“ genannt; den kann ich dann vielleicht in meinem Garten life bestaunen, wenn ich jahrelang meine Saatkartoffeln selbst erzeuge.

Wie oben schon gesagt, werden die Kartoffelpflanzen, die für den gewerblichen Anbau zugelassen sind und deren Knollen im nächsten Jahr als Pflanzkartoffeln verkauft werden sollen, (streng) auf Krankheitsbefall kontrolliert. Außerdem werden sie bevorzugt in Meeresnähe oder auf Bergeshöhe angebaut, da hier weniger Blattläuse unterwegs sind, die eine große Anzahl von Viren-Krankheiten übertragen; diese Pflanzen und ihre Knollen sollten also weitaus weniger mit Viren infiziert sein als Knollen, die sonstwo im Land gewachsen sind (über Pilze, Bakterien und Nematoden wird hier mal nicht geredet, die lassen wir außen vor).

Außerdem werden die Ausgangspflanzen, also die „Ur-Eltern“ dieser Pflanzkartoffeln, heutzutage aus virenfreien Meristemzellen (das sind die Wachstumszellen in den Spitzen von Sprossen und Wurzeln einer jeden Pflanze) in keimfreier Laborumgebung erzeugt; es sollten sich also während der evtl. noch folgenden Vermehrungszyklen der Pflanzkartoffeln im Freiland kaum „Krankheitskeime“ in den Knollen anreichern.

Solche Pflanzkartoffeln aus kontrolliertem Anbau sollten also gesünder sein als alle anderen Kartoffelknollen. Wie gesagt: sie sollten.

Aus diesem Grund empfiehlt jede Fachberater*in den ständigen Neukauf von Pflanzkartoffeln.

Im gewerblichen Kartoffelbau ist das selbstverständlich, denn hier geht es um Höchsterträge, aber gilt das auch für Hobbygärtner*innen?

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Meine Pflanzkartoffeln nach überstandenem Winter im Gartenhaus, April 2016

Möglichkeiten, die eigenen Pflanzkartoffeln gesund zu erhalten

Ich finde, in einem Hobby-Selbstversorger-Garten ist ein sicherer Ertrag von größerer Bedeutung als ein maximaler Ertrag.

In gewissem Rahmen kann man auch als Hobbygärtner*in etwas dafür tun, den „Abbau“ seiner Kartoffeln hinauszuzögern oder vielleicht sogar ganz zu verhindern: Man kann darauf achten, dass man die eigenen Pflanzkartoffeln nur von gesunden „Mutterpflanzen“ gewinnt. Manche Krankheiten sind leider nicht immer klar und eindeutig zu erkennen, so dass diesem Verfahren Grenzen gesetzt sind.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil besteht allerdings darin, wenn man seine Pflanzkartoffeln von eigenen gesunden Pflanzen gewinnt und selbst überwintert, dass man dadurch eine Selektion betreibt, d.h., seine Kartoffeln mit der Zeit an die „ungünstigen Bedingungen“ der eigenen Anbauflächen anpasst und somit zumindest immer einen zufrieden stellenden Ertrag gewährleistet.

Zu diesem Zweck sollte man auch immer eine möglichst große Anzahl von Sorten im eigenen Garten über einen längeren Zeitraum testen; auch das führt dazu, die Sorten herauszufinden, die im eigenen Garten am besten zurechtkommen.

Im Falle des Falles werde ich mich auch mal mit der „Regenerationsmethode“ beschäftigen, die Nadja, das Landei, vorschlägt: sie schneidet Keime aus der Knolle heraus, setzt diese in ein Töpfchen mit Pflanzerde und zieht sie dann wie Sämlinge vor. Ihrer Ansicht nach sind die aufwachsenden Pflanzen dann krankheitsfreier als diejenigen, die aus den ganzen Knollen entstehen.

Diese Ansicht hat eine gewisse Logik für sich; denn man kann davon ausgehen, dass die meisten „Krankheitskeime“ in und an der Knolle sitzen und nur zu einem sehr geringen Prozentsatz schon in den jungen Trieb gewandert sind (Nematoden sollten so garnicht verbreitet werden können).
Diese Art „Gesundung“ der Kartoffeln macht natürlich eine Menge Zusatzarbeit.

OK, ich habe mich entschieden, meine Kartoffeln trotz aller Risiken selbst zu erhalten und werde sehen, was dabei herauskommt.

Aber wie erhalte ich sie, wie bringe ich sie nun am besten durch die Gefahren eines eiskalten Winters?

Pflanzkartoffeln im Kühlschrank lagern

Die ersten zwei Jahre habe ich die Kartoffeln (zumeist so drei bis 10 Knollen pro Sorte), die ich im Folgejahr weiter anbauen wollte, nach Sorten getrennt in Papiertüten verpackt und im Kühlschrank gelagert.

Das hat zwar jedes Jahr geklappt, aber die Kartoffeln hatten dann teilweise schon ziemlich lange Keime und die Tüten befanden sich in Auflösung, weil die Kartoffeln Wasser verdunsten, und sich in einem Kühlschrank des täglichen Gebrauchs sowieso immer Kondenswasser niederschlägt.

Wenn man vielleicht einen Extra-Kühlschrank für die Pflanzkartoffeln im Keller hat, mag das besser gehen; aber ich konnte sie nur zu den übrigen Lebensmitteln in den „Gebrauchskühlschrank“ legen. Dort war ihre Anzahl stark begrenzt und außerdem wurden sie durch das häufige Öffnen des Kühlschranks immer wieder über die optimale Lagertemeratur von 2 – 4 Grad erwärmt.

Für größere Mengen an Pflanzkartoffeln ist das überhaupt keine Lösung. Und an diesem Punkt war ich schon im dritten Jahr angelangt.

Kartoffeln in einem luftigen, hellen, frostfeien Raum überwintern

In jenem, dem dritten Anbaujahr habe ich die Kartoffeln in offenen Eierkartons auf einen Tisch vor ein großes Südfenster meines massiven Gartenhauses gestellt (eine einfache Holzhütte käme dafür nicht in Frage).

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Meine Pflanzkartoffeln im Oktober 2016

Das ist jetzt zwei Mal gutgegangen; aber die letzten beiden Winter waren relativ mild, zumindest gab es keine längeren Frostphasen. So wie jetzt.

Ich hätte gern einen „Frostwächter“ in diesem „Lagerraum“ installiert, was die perfekte Lösung wäre; aber die Kleingarten-Kolonie, an deren Stromnetz ich angeschlossen bin, stellt im Winter den Strom ab, so dass mir nur Hoffen und Beten zur Rettung meiner Pflanzkartoffeln bleibt.

Auf der anderen Seite kann auch ein zu milder Winter Probleme in einer solchen Lagerstätte verursachen: bei höheren Temperaturen „veratmen“ die Kartoffeln einen Teil ihrer Reservestoffe und gehen dann geschwächt in den Frühling; auch vermehren sich dann möglicherweise schon die Viren, Pilze und Bakterien in und an den Kartoffeln und verhindern einen guten Start.

Ein Vorteil des luftigen, lichten Gartenhauses ist, dass die Kartoffeln dort niemals feucht werden und dadurch womöglich faulen.

Trotzdem ist mein Gartenhaus leider nicht das Gelbe vom Ei, weil es den gravierenden Nachteil hat, bei Frost nicht heizbar zu sein. In diesem Jahr werde ich zumindest erfahren, ob es Pflanzkartoffeln noch ausreichend schützen kann, wenn zwei Wochen lang -10 Grad herrschen und kein Schnee liegt (der ja auch noch als „Dämmschicht“ wirkt).

Überwinterung in einem kühlen Keller

Wer einen kühlen Keller oder einen sonstigen, tief im Boden liegenden Raum hat, ist zumindest vor Frost sicher, leider nicht vor Feuchtigkeit und zu großer Wärme, die durch die Lebenstätigkeit der Kartoffeln entsteht.
Feuchtigkeit führt zumeist zu Fäulnis, während zu hohe Temperaturen zu den schon oben genannten Problemen führt (dem Abbau von Reservestoffen, der Vermehrung von Krankheitserregern und dem frühzeitigen Austreiben mit langen, dünnen Trieben).

Wichtig ist in diesem Fall, die Kartoffeln nicht zu hoch aufzuschichten, sie am besten nur in einer Lage auf Bretter zu legen, und den Raum, so gut es geht, zu lüften; dabei muss man jedoch wieder auf Frostzeiten aufpassen und das Lüften dann einstellen.

Wenn man in der Nähe des Raumes wohnt, kann man die Lüftung zumindest noch ganz gut kontrollieren, sofern sich der Raum (ohne Zwang) lüften lässt.

Tja, auch nur eine Möglichkeit, die man nutzen kann, wenn man einen entsprechenden Raum hat, und die ebenfalls mit ein paar Problemen behaftet ist.

Überwinterung in einer Erdgrube

Die Lagerung der Pflanzkartoffeln in einer Erdgrube ist wohl mit den meisten Problemen verbunden: die Belüftung lässt sich kaum regeln, die Feuchtigkeit nicht kontrollieren ebenso wenig wie der Zustand der Kartoffeln (ob z.B. schon einige anfangen zu faulen), außerdem können Mäuse und andere Tiere sich an den Kartoffeln gütlich tun; letztere könnte man zumindest von ihrem Genuss abhalten, indem man die Kartoffeln in Drahtbehälter oder ähnliches verpackt.

Aufwand, Aufwand, Aufwand. Und außerdem hat man dann ein ziemlich tiefes Loch in seinen Gartenboden zu buddeln.

Überwinterung in einer Erdmiete

Eine ordentliche Erdmiete anzulegen, lohnt sich wegen der kleinen Pflanzkartoffelmengen für die allermeisten Hobby-Gärtner*innen nicht wirklich. Dazu kommt, dass man heutzutage kaum noch irgendwo das dazu notwendige, lange Stroh bekommt. Natürlich kann man auch andere, grobe, trockene Pflanzenmaterialien wie Buchen- und Eichenlaub oder Fichten- und Kiefernzweige nehmen; aber das muss man alles erst mal irgendwie ranschaffen, und dann noch so auf den Kartoffelhaufen bekommen, dass es weder Wasser zu den Kartoffeln durchleitet noch wegfliegt.

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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte, von Dr. Hugo Werner, 1911

Die Probleme mit der Regulation von Feuchtigkeit, Wärme und Kleintieren bleiben bestehen.

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6. neubearbeitet Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin (Thear-Bibliothek)

Ich werde es mit ziemlicher Sicherheit nicht mit einer Erdmiete versuchen. Bei über 70 Sorten, die alle getrennt gehalten werden müssen, ist das sowieso ausgeschlossen.

Die optimale Überwinterungsmethode für Pflanzkartoffeln

Komme ich zum spannenden Schluss, zur optimalen Lagerungsmethode.

Ich sage gleich vorweg, um die Erwartungen etwas runterzuschrauben: Sie ist bisher nur eine Idee, noch nicht getestet und erst recht nicht ausgereift; aber ich glaube an sie und verhindere mit dieser Bekanntmachung ihre Patentierung.

Bei der optimalen Lagerungsmethode für Pflanzkartoffeln gehe ich von der natürlichen Situation aus: eine Kartoffel überwinterte, bevor sie vom Menschen in Kultur genommen wurde, im Erdboden (dies kommt auch heute immer wieder vor, wenn z.B. Kartoffeln bei der Ernte übersehen werden und somit über Winter im Boden bleiben). Jede Knolle lag mehr oder weniger getrennt von anderen Knollen im Boden und war vollständig von feuchter Erde umschlossen.

Sie musste selbstverständlich frostfrei lagern, durfte während des Winters zumindest keinen Temperaturen unter -3 Grad ausgesetzt sein.

Diesen Zustand gilt es jetzt so exakt wie möglich auf die Lagerung heutiger Pflanzkartoffeln zu übertragen.

Nachdem die Kartoffeln geerntet und die zukünftigen (reifen, mittelgroßen, gesunden, unbeschädigten) Pflanzkartoffeln ausgewählt wurden, hebt man zuerst eine Grube von ca. 40 cm Tiefe aus, deren Grundfläche von der Menge der zu überwinternden Setz- oder Saatkartoffeln (um mal einen anderen Ausdruck für Pflanzkartoffeln zu verwenden) abhängig ist. Sämtliche Setzkartoffeln müssen in einer Lage (bestenfalls zwei Lagen) nebeneinander Platz finden.

Leider scheitert dieser Plan bei mir schon in diesem Stadium, weil der Grundwasserstand zu hoch ist (die Kartoffeln dürfen nicht im Wasser liegen; ein wenig Luft atmen können müssen sie schon); aber es geht ja hier ums’s Prinzip.

Auf den Boden dieser Grube stelle ich nun meine neulich entdeckten, blauen Gemüsekisten; diese gibt es oft gratis in Restaurants oder Gemüseläden, sie sind aus Plastik und bestehen nur aus einem groben Geflecht: sie halten die Nagetiere ab.

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Meine blauen „Gemüsekisten“, zur Pflanzkartoffellagerung genutzt

In diese Kisten werden die Pflanzkartoffeln eingelegt, fein sorgfältig nach Sorten getrennt und gekennzeichnet.

Dann werden die Kartoffeln mit einer guten Schicht feinkrümeliger Erde bedeckt, so dass alle Knollen gut von Erde umschlossen sind. Ich glaube, ich würde sogar wässern und einschlämmen (es ist ja gerade mal August, September oder Oktober, da trocknet noch alles wieder genügend ab).

Die Kisten werden jetzt noch mit einer nager-dichten, aber wasser-durchlässigen Schutzschicht abgedeckt (deren Löcher sollten so groß sein, dass mögliche Kartoffelkeime im Frühjahr gut hindurchwachsen können; man könnte eine weitere Gemüsekiste dazu verwenden), und dann wird die restliche Erde darüber geschaufelt (diese sollte mindestens 30cm hoch sein; zur Sicherheit kann man auch noch einen Haufen organischen Materials an der Stelle aufschichten).

Den Platz noch markieren. Fertig! Das sollte an Aufwand reichen bis Anfang oder Mitte April.

Zur Pflanzzeit werden die Kisten vorsichtig wieder freigelegt und mit den Kartoffeln gleich zu den Stellen getragen, an denen diese in die vorbereiteten Pflanzlöcher gesetzt werden sollen.

Wenn man ein Gewächshaus oder einen Folientunnel sein eigen nennt, kann man die Kisten natürlich auch schon früher ausbuddeln und die Kartoffeln dann dort schon mal „vorwachsen“ lassen; für den Frühkartoffelanbau sollte dieses „Anwärmen“ (Vorkeimen) besonders geeignet sein.

Wenn das mal jemand getestet hat, würde ich mich über Versuchsergebnisse (in den Kommentaren) ganz mächtig gewaltig freuen! Ich kann es ja leider nicht selbst ausprobieren.

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Am 28. Februar habe ich die „Deutsche Blaue“ (neben anderen Unwiderbringlichen) aus dem Gartenhaus evakuiert

Die ideale Pflanzkartoffellagerrung gewerblich genutzt

Diese, oben vorgestellte optimale Lagerungsmethode für Pflanzkartoffeln lässt sich sogar (noch viel besser) großtechnisch umsetzen: Maschinen würden die Pflanzkartoffelknollen mit der perfekten Erd-Kompost-Suspension umgeben und in Würfel pressen, die der maximalen Knollengröße angepasst sind, und diese Würfel dann zu Millionen auf Paletten stapeln. Die „Pflanzkartoffelwürfel“ würden anschließend in perfekten Lagerräumen bei perfekter Temperatur und Luftfeuchtigkeit über den Winter gebracht, bis sie von großen, satelliten-gesteuerten Legegeräten perfekt im Erdboden von riesigen Feldern versenkt werden.

Beim gesamten Kartoffelanbau sehe ich weit und breit keinen Menschen mehr.

Klar, ein wenig Forschungs- und Testaufwand braucht meine neue Methode noch; aber in 10 Jahren… wäre ich dann sicher (schon wieder) Millionär