Tabakernte

Vor dem Neuanfang 2015 steht nur noch der Abschlussbericht über den Tabakanbau und die Behandlung desselben, zumindest der Blätter bis ins Trockenstadium. In meinem ersten Bericht 2014 über den Tabak ging es bevorzugt um die Anzucht und die Auswilderung der kleinen Pflänzchen; damals hatte ich Euch versprochen, den weiteren Verlauf der Dinge später darzulegen: das will ich hiermit tun.

Ein paar meiner Pflänzchen am 8. Juni
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Ein paar meiner Pflänzchen am 8. Juni

Sie sehen Anfang Juni noch mickrig und anfällig aus; aber zu Ende des Juni sieht das schon besser aus: die Pflanzen sind soweit erwachsen, dass ich sie ohne Sorgen die Woche über allein lassen kann.

29. Juni
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29. Juni. Das Schlimmste ist überstanden.

Zwei Wochen später hätte ich schon die Blütenstände geköpft haben müssen; aber soweit bin ich noch nicht in meiner Professionalität fortgeschritten. Ich erfreue mich erst einmal an den rosa Blüten, auf die ich im letzten Jahr vergeblich gewartet habe.

13. Juli
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13. Juli

Und noch mal gute zwei Wochen später sind sie schon einem erwachsenen Mann über den Kopf gewachsen (auch, wenn sich dieser gerade bückt), und ich beschließe, die ersten Blätter zu ernten, obwohl ich gestehen muss, keine Ahnung davon zu haben, wann sie denn als reif anzusehen sind.

1. August
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1. August

Ich breche die unteren Blätter einfach ab, fädele sie auf einen Faden und hänge sie unter die Überdachung des Sitzplatzes.

Den Rest lasse ich bis zum Ende des Sommers stehen. Er wächst und gedeiht bis zum 1. November, ohne mir Hinweise darauf zu geben, ob die notwendige Reife der Blätter eingetreten ist.

Da mir auch meine Aufzeichnungen über die Bedeutung der Buchstaben auf den beigesteckten Plastestäbchen abhanden gekommen sind, kann ich letztlich auch keine Aussagen über die beste Sorte für meinen Garten treffen: anhand ihres Wuchses konnte ich Burley, Rotfront, Virginia, Geudertheimer und Kentucky auf jeden Fall nicht auseinander halten.

30. August
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30. August

10 Pflanzen haben sich in ihrer ganzen Pracht entfalten können.

Anfang September hatte ich dann die Faxen dicke und entlaubte die Pflanzen zu größeren Teilen, verfrachtete die Ernte nach Berlin, reihte sie mit einer aus Draht gebogenen Nadel auf unzerreißbaren Zwirn und hängte sie auf einen unserer Balkone sowie in unser Schlafzimmer.

Die richtige Art der Tabakverarbeitung wird mich noch eine Weile beschäftigen; denn bisher trocknen die Blätter zwar einigermaßen an nicht geeigneten Stellen, aber dann sind sie so trocken, dass ich sie nicht mehr zu Bündeln zusammenlegen und fermentieren kann. Und wieviel Geschmack bei der zu raschen Trocknung verloren geht (oder erst garnicht entsteht – der Eiweißgehalt der Blätter muss während der Trocknung und der Fermentation weitgehendst vermindert werden), weiß ich auch noch nicht.
Solange die Blätter aber nicht zu feucht sind und schimmeln, kann man sie jahrelang aufheben; in manchen Büchern stand, dass sie nach Jahren sogar erst rauchbar und je länger gelagert, desto besser genießbar werden.

Also mal sehen, welcher Schatz mir da mit der Zeit entsteht (ich muss nur meine Liebste überzeugen, das Zeug nicht voreilig als platzstehlendes Kompostmaterial anzusehen).

Ich finde jedoch, meine Fortschritte sind unübersehbar, wenn ich auch noch keinen perfekten Trocknungsplatz in Aussicht habe. Ich werde mich aber ganz sicher weiter für den Tabakanbau in der Uckermark einsetzen!