Mein Folientunnel

Mein Folientunnel! Hach, das klingt nach Liebeserklärung.

Ja, eine solche könnte ich verfassen: Folientunnel und Gewächshäuser sind wundervolle Aufenthaltsorte – wenn nicht gerade die Sonne vom Himmel brennt. Es gibt nichts Schöneres für mich, als bei Regen in einem solch geschützten, lichten Ort zu sitzen; aber das hatte ich ja schon einmal gesagt.

Folientunnel, selbst gebaut

Hier soll es ganz nüchtern darum gehen, wie ich mir 2013 einen solchen Lieblingsort in meinem Garten geschaffen, wie ich einen Folientunnel von zehn Meter Länge, vier Meter Breite und 2,50 Meter Höhe selbst gebaut habe.

Der Folientunnel als Wille und Vorstellung
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Der Folientunnel als Wille und Vorstellung (4. Juni 2013)

Materialien für den Folientunnelbau

Vom letzten ererbten Geld, knapp 580,71€, besorgte ich mir in jenem Jahr 12 Stangen Betonstabstahl, jeweils 7,5 Meter lang und 14 Millimeter dick, sowie vier Stangen gleicher Dicke mit sechs Meter Länge (212,77€); außerdem ein stabiles Rohr aus Plastik zwei Meter lang und 25 Zentimeter im Durchmesser (35€), 24 kurze Eisenrohre (30 Zentimeter lang und mit 16 Millimeter Innendurchmesser sowie einem Loch an einem Ende; 100€), eine Rolle von 100 Metern Polyäthylen-Rohr (blau, Außendurchmesser 20 Millimmeter, 53€),  einen Spiralsaugschlauch von drei Meter Länge (10€), einen Kübel Sand sowie einen Sack Zement (zusammen 10€).

Dazu dann noch das Wichtigste: 12 Meter Gewächshausfolie (UV5, 200my, 8m breit, 159,94€).

Herstellung und Aufbau des Folientunnels

Mein Plan sah vor: das Plasterohr in 25 Zentimeter hohe Ringe zu zersägen, diese mit Beton zu füllen und mit einem der Eisenrohre zu versehen. Das Rohr sollte senkrecht in der Mitte des Rings stehen und ungefähr 10 Zentimeter oben herausragen. Durch das Loch im unteren Ende sollte ein Nagel quer hindurchgesteckt werden, damit sich das Rohr nicht aus dem Beton herausziehen lässt.

Diese Betonringe sollten die Füße, das Fundament, die Verankerung des Tunnels im Boden bilden. Sie sollten in exakten Abständen zwischen Sitzplatz und Werkstatt im Boden versenkt werden.
Die Betonstahl-Stangen sollten zum Schutz der Folie mit der Trinkwasserleitung (PE-Rohr) überzogen und eine solche Stange dann so gebogen werden, dass sie in zwei einander gegenüberliegende Füße gesteckt werden konnte.

Folientunnelfuß
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Folientunnelfuß

Obwohl es doch teilweise einen ordentlichen Kraftaufwand von Sammy und mir erforderte, die Stangen in die Trinkwasserleitung zu schieben, passte doch letztlich alles millimetergenau; auch die Stangen passten nahezu perfekt in die heraustehenden Rohrenden der Betonfundamente.

Nur ließen sie sich unmöglich in die schon im Erdreich versenkten Füße hineinstecken. Meine hilfreiche Liebste und ich keuchten, schwitzten und taten unser Bestes – und mussten  doch am Ende erschöpft aufgeben: die unteren Enden der Stange konnten wir nicht senkrecht genug bekommen, um sie passgenau in die Rohre zu stecken.

Jeder Bogen steckt im Rohr eines Fußes
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Jeder Bogen steckt im Rohr eines Fußes

Mir wurde mulmig: sollte der ganze Aufwand für die Katz‘ gewesen sein? Sollte solch ein kleiner, unbedachter Effekt mich um meinen Folientunnel bringen?

Ich tat das, was ich in solchen Momenten in den meisten Fällen zuerst tue: ich überlegte, suchte nach einer Lösung für das Problem.
Es dauerte nicht lange und ich hatte folgende Idee: „Lass uns zuerst die Füße auf die Stange stecken; dann biegen wir sie soweit, bis wir die Füße in die vorgesehenen Erdlöcher setzen können.“
Gesagt, getan; und siehe da, es klappte ausgezeichnet.

Jetzt fehlte nur noch ein Schweißer, der mir die vier Sechs-Meter-Stangen zu zwei 12-Meter-Stangen verbinden konnte, die ich als Kern zum Aufrollen der Folie an den zwei Längsseiten vorgesehen hatte.
Hierzu hatte sich der gute Nachbar G. bereit erklärt. Trotz seines hohen Alters von 75 Jahren kam er eines Tages mit seinen Gerätschaften herüber und vollbrachte die Vereinigung.

Das Verschweißen zweier Stangen zu einer langen ist vollbracht (23. Mai 2013)
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Das Verschweißen zweier Stangen zu einer langen ist vollbracht (23. Mai 2013)

So sieht die Theorie aus...
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So sieht das Grundgerüst in der Theorie aus…

Mitte Juni dann war es wieder mein großer Sammy (zusammen mit seiner damaligen Freundin), der diese seitlichen Sicherungsstangen in Trinkwasserleitungen einschob und die gesamte Konstruktion mit mir errichtete.

Wir stellten zuerst die 12 Bögen auf. Dann legten wir die Folie auf einer Seite entlang dieses Gerüsts aus und wickelten eine Längsseite ein wenig auf eine der 12-Meter-Stangen. Diese Stange verlegten wir längs der einen Fundamentreihe und gruben sie dort soweit ein, dass Folie und Stange vollkommen mit Erde bedeckt waren.

Seitenansicht
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Seitenansicht

Dann drehten wir die andere 12-Meter-Stange ein paar Umdrehungen, so gut es ging, in die andere Längsseite der Folie ein – und zwar nach innen, damit der von der Außenseite des Tunnels ablaufende Regen nicht in diese Windungen hineinlaufen konnte.

Anschließend hieß es, diese Stange über die stehenden Bögen hinweg auf die andere Seite zu schaffen, ohne dass sie sich dabei wieder aus der Folie löste.
Wir hatten diesen Vorgang zwar zuvor ein paar Mal geübt, indem wir die Stange ohne Folie über die Bögen hinweg bugsierten; dazu hatten wir sie auf Besen gelegt, sie hoch gehoben und über die Bögen hinweg balanciert.

Ein unnötiger Kraftakt, wie ich später feststellte: man kann die Folie auch so über die Bögen ziehen, auf der anderen Seite auf die Stange wickeln und beides dann zusammen versenken. Dazu müssen die einzelnen Bögen nur mit Holzlatten verbunden sein, um etwas stabiler zu stehen. Darauf kam ich aber erst in diesem Jahr.

Latten als einfache Verbindungen der Bögen
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Latten als einfache Verbindungen der Bögen

Im ersten Jahr banden wir den ersten und letzten Bogen jeweils an die benachbarten Baulichkeiten, damit die gesamte Konstruktion einen gewissen Halt bekam.

Nachdem die Folie nun auf den beiden Längsseiten einigermaßen fest und glatt verlegt und verankert war, fehlte nur noch eine Befestigung der Folie an den beiden äußersten Bögen. Ich hatte gesehen, dass hierzu bei den käuflich erwerbbaren Tunneln ein sogenannter Klemmschlauch verwendet wird.
Zu diesem Zweck hatte ich das Stück Spiralsaugschlauch gekauft und die beiden äußersten Bögen mit einer dickeren Wasserleitung überzogen. Ich zerteilte den Schlauch in handliche Stücke und schnitt dann jedes Stück mit der Gartenschere der Länge nach auf: fertig war der Klemmschlauch.

Klemmschlauch, fast perfekt
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Klemmschlauch, fast perfekt

Die Folie wurde über den Bogen gezogen und dann die Schlauchstücke eins nach dem anderen längs auf den Bogen geklemmt; das war zwar anstrengend, aber nicht ganz unmöglich.

Da stand er also, mein Folientunnel, schon mit Tomatenpflanzen gefüllt (der Zeitplan war natürlich wieder alles andere als perfekt gewesen!) und harrte der Unwetter, die da kommen würden.

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Das sieht doch gut aus, oder? (30. Juni 2013)

Hat mein Folientunnel überlebt?

Ja, das erste heftige Gewitter hat er bestens überstanden – das habe ich selbst erlebt – und auch alle anderen Wetter der letzten beiden Jahre haben ihn nicht unterkriegen können; nur meine Nachlässigkeiten haben ihm bisher geschadet: die schlecht angebundenen Spiralstäbe der Tomaten haben ihn hier und da gelöchert und eine nicht anständig verankerte Seitenstange hat ihn einmal komplett in die Knie gehen lassen; aber ansonsten habe ich mich schon einige Stunden darin erfreut – von den beiden erfreulichen Tomatenernten ganz zu schweigen.

Nachtrag 2018: Bisher habe ich mich in jedem Jahr an meinem Folientunnel erfreuen können; in jedem Jahr hat er mir den Anbau von wärmeliebendem Gemüse, wie Tomaten, Paprika und Auberginen sowie Melonen ermöglicht. In diesem Jahr erhält er noch einen Partner; mit diesem zweiten Tunnel wird der Melonenanbau noch ein wenig intensiviert werden.

My tunnel is my castle
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My polytunnel is my castle (26. Juni 2013)