Ajiaco de papas

Wenn man peruanische Kartoffeln anbaut, sollte man sie doch auch nach peruanischen Rezepten verarbeiten, oder?

Die beste peruanische Rote
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Die beste peruanische Rote (Papa Cachán?)

Eine peruanische Weiße mit rosa Flecken
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Eine peruanische Weiße mit rosa Flecken (Papa Perricholi?)

Dies war zwar nicht meine ursprüngliche Idee, aber durch Zufall (Alte Bücher über Kartoffelanbau in Englisch -> Buch über True Potato Seeds – > True Potato Seeds – > Abbildungen peruanischer Kartoffeln) stieß ich auf das Peruanisches Nationalgericht „Papa rellena“.

Da ich für den Abend ein Essen vorbereiten wollte, schaute ich mir dieses etwas genauer an.
Ich neigte eigentlich dazu, die „Papa rellena“ zu versuchen, aber mein großer Sohn möchte gern vegetarisch essen. Dadurch war ich gezwungen, alle Kartoffel-Rezepte der wunderschönen Seite „Peruanische Küche“ auf ihren Fleischgehalt zu untersuchen. Das titel-gebende Gericht erfüllte schließlich alle meine Kriterien: es ist vegetarisch, leicht und schnell zuzubereiten, es schien mir lecker und wird zum größeren Teil aus Gartenprodukten hergestellt, die ich vorrätig hatte.

Die größte Schwierigkeit, die nun noch vor mir lag, war, möglichst viele peruanische oder doch wenigstens urtümliche Kartoffeln in der provisorischen Lagerstätte auf dem Balkon zu finden: die vielen Säckchen mit Kartoffeln hatte ich weder beschriftet noch sonst wie ordentlich sortiert; aber ich glaube, ich habe letztlich genug „peruanische“ Kartoffeln gefunden (ein paar Titicacasee, rote Hörner und Vitelotte ergänzten sie).

Rote Hörner vom Feinsten
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Rote Hörner vom Feinsten; rechts daneben die Sorte „Titicacasee“

Das Rezept hat den Vorteil, dass es mit Pellkartoffeln gemacht wird. So konnte ich eine Anzahl kleinere Kartoffeln verbrauchen, die nur sehr schlecht zu schälen sind, weil sie etwa tief-liegende Augen, größere Einschnitte o. ä. aufweisen.

Meine Liebste zerschneidet die Pellkartoffeln vor allem der Sorte "Shetland Black", die beim 2. Versuch herhalten mussten
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2. Versuch: Meine Liebste zerschneidet die Pellkartoffeln der Sorten „Shetland Black“ und „Cherie“

Hier nun „mein“ Ajiaco-de-Papas-Rezept (ich habe es ganz leicht abgewandelt):

  • Kartoffeln kochen, pellen und in Würfel schneiden
  • einige (rote) Zwiebeln fein würfeln und zusammen mit gepressten Knoblauchzehen sowie klein gehackten (scharfen) Peperoni anbraten (Schärfe nach Geschmack)
  • wenn die Zwiebel glasig bis leicht gebräunt sind, Kartoffelwürfel hinzufügen und unter vorsichtigem Wenden 5-10 Minuten weiterbraten
  • mit Gemüsebrühe ablöschen und nochmal 5-10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lässen
  • zum Schluss Frischkäse (oder Feta) sowie eine Tasse Milch bzw. einen Becher Schlagsahne zugeben und solange weiterköcheln lassen, bis der Käse flüssig geworden ist
  • einen Teelöffel Rosenpaprika sowie einen Esslöffel gehackte Petersilie zugeben, salzen und pfeffern nach Geschmack (oder mit anderen Gewürzen experimentieren); bei Bedarf noch etwas einköcheln lassen
  • Ajiaco de papas wird zu Reis serviert (ein frischer Salat dazu kann natürlich nicht schaden)

Meinem großen Sohn, seiner Freundin und mir hat es sehr gut geschmeckt, die restlichen Familienmitglieder (dazu zählt auch meine Frau) haben es nur leidlich anerkennen können.

Ajiaco de Papas, 2. Versuch (rezept aus dem Kopf nachgekocht und deshalb Knoblauch, Petersilie und (scharfe) Paprika vergessen
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2. Versuch; Rezept aus dem Kopf nachgekocht und deshalb Knoblauch, Petersilie und (scharfe) Paprika vergessen

Da die Kartoffel an sich ursprünglich aus Peru (oder der näheren Umgebung) stammt, kann man das Rezept natürlich auch mit „deutschen“ Kartoffeln zubereiten.